Archive for the ‘reine leere’ Category

Wie lebt man richtig?

Wednesday, June 8th, 2011

Wie lebt man richtig? Diese Frage stellen wir uns schon seit langem. Ganze Wissenschaften beschäftigen sich mit dem guten Leben. Sei es die Philosophie mit einer Ethik der Lebenswelt, seien es die Human Sciences, die aus medizinischer –viel zu selten menschlicher– Sicht sich um unser Wohl zu kümmern behaupten.

Doch bevor man sich der Beantwortung einer Frage zuwendet, sei es gestattet –wenn vielleicht auch unhöflich– nach dem Sinn dieser Frage zu fragen.

Lebt man nicht schon richtig, wenn man einfach lebt? Karl Valentin sagte “Es gibt kein richtiges Leben im Falschen” (Rechtschreibung von mir angepasst). Ich behaupte: Es gibt weder ein richtiges noch ein falsches Leben. Wir Menschen neigen dazu, uns unwohl zu fühlen, wenn wir nichts zu tun haben oder wir nicht wissen was passiert, warum es passiert und wohin die Reise geht; wir sind neu-gierig. Jeder darf sich seinen persönlichen Glauben geben und sich so ein kleines bisschen Ordnung in der Welt schaffen. Im Rahmen seiner –selbst erschaffenen– Regeln kann er nun auch ein richtiges von einem schlechten Leben zu unterscheiden. Was ihn nicht dazu berechtigt, anderen diese Ansicht aufzuzwingen. Diese individualistische, freiheitliche Sicht kann nun selbst als Glauben bezeichnet werden, wobei ihr eine Metastellung zukommt, da sie eine Plattform definiert, die möglichst viele verschiedene Lebenseinstellungen erlauben will.

So kommt man der bisherigen Erklärung der Menschenrechte schon sehr nahe. Was zählt, ist das Individuum, der Mensch. Wer jetzt noch mehr Toleranz fordert gegenüber anderen Lebensregelsystemen (Religionen meist, aber auch humanistische Verbände, Einsiedler und Kommunen), der hat zwei mögliche Ausgänge zu erwarten: Der Stärkere wird sich durchsetzen, da er schlicht mehr Kraft besitzt, um seine Einstellung umzusetzen; oder man muss akzeptieren, dass die eigene Unversehrtheit nicht aus einem Recht, sondern aus einem Zufall entspringt.

Kurz und vulgär: Wer nicht die universellen Menschenrechte als undiskutierbare Grundlage für jedwede Diskussion über Anders-Sein und Anders-Leben voraussetzen will, der kann erwarten, von mir zusammengeschlagen zu werden, oder nicht mit mir diskutieren zu können, weil ich schreiend wegrenne vor Angst, selbst plötzlich zusammengeschlagen zu werden.

Geschichtswochen bei MrD

Wednesday, June 8th, 2011

Die Neuen bei MrD, jetzt probieren:

  • MrGoethe – lecker, saftig, tiefgehend
  • MrLao – für alle da, keiner weiß warum
  • MrCaesar – kein Salat dabei, dafür umso blutiger und weitreichender
  • MrEinstein – macht relativ schnell satt und doof

What else?

 

Neues Feature bei MrD:

“Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.”

J. W. v. Goethe

Studienstiftung – VIEL LIVE

Wednesday, June 8th, 2011

Die Auswahlkriterien der Studienstiftung des deutschen Volkes bilden ein Dreieck aus I, L und V.
Wäre ein Update auf ein Viereck angebracht? Die vierte Ecke wäre das E.

  • Leistung
  • Initiative
  • Verantwortung
  • Eigensinn

E für Ehrlichkeit? Steckt im V drin.
E für Eigennutz? Wollen wir das gefördert sehen?
Das E für Eigensinn steckt nicht im I drin, da das I überwiegend von Gesellschaftskonformitätsdruck geformt wird.
Das Eigensinn-E geht nicht so weit wie ein Exzentrizitäts-E.

So bekämen wir viel Studienstiftung live.

Danke sagen

Wednesday, April 15th, 2009
  1. obrigado
  2. merci
  3. gracias
  4. thanks
  5. danke
  6. …?

Danke schön. Vielen Dank. Haben Sie Recht herzlichen Dank. Danke vielmals. Tausend Dank.

Es war einmal

Thursday, December 18th, 2008

Kollaps. Von Diamond. JPod. Von Coupland. Sie stehen beide in meinem Regal. Teil meiner Identität, Bücher, die jemanden prägten. Mich. Ich habe sie noch nicht gelesen. Die Bücher stehen neben Kant, eine Einführung, und History of the World in dem Regal, in dem nur von mir ungelesene, jedoch noch zu lesende Bücher stehen. Ich will diese Bücher lesen, ich habe sie bereits gekauft. Doch komme ich nicht dazu. Über dem Regalbrett, auf dem die Ungelesenen stehen, findet sich eine Salzkristalllampe (drei mal “l”), die ein gelb-orangenes Licht ausstrahlt. Ordner mit zahlreichen DinA4-Dokumenten, die noch einige Jahre aufbewahrt werden müssen.

Ganz unten: gelesene Bücher, wie verflossene Geliebte, ein Schattenleben führend, stehen sie da, erledigt, gelesen, manchmal verstanden, auf jeden Fall verdaut.

Ganz oben eine Weltkugel. Auf dem Regal, neben einer Flasche, nein, drei Flaschen besonderem Wein. Wieso besonders? Es könnte auch ein anderer Wein sein. Doch die Erlebnisse, die ich damit verbinde, wie auch C., O. und meine Mutter machen Ménage à trois zu einem besonderen Wein. Dunkelrot, kein Licht reflektierend, steht er in der Ecke auf dem Regal und erzählt eine Geschichte. Sie muss erzählt werden. Was ist der Mensch außer Geschichten? Über seine Vergangenheit, seine Historie, seine Kindheit, seine Erlebnisse, sein was er alles ist. Homo sapiens sapiens? Da dies keine befriedigende Antwort ist, gibt es Geschichten. Geschichte.

Es war einmal.

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Wednesday, December 17th, 2008

“Sie haben Post!”. AOL-Nutzer der ersten Stunde kennen diesen Satz noch, der ihnen manchmal Freudentränen in die Augen trieb. In Zeiten vor SPAM, massiver Newsletter- und 08/15-Nachrichten-Versendung war eine E-Mail etwas Besonderes. Briefe, wie lange muss das her sein?
Ganz korrekt heißt es nun jedoch in diesem Blog: Sie haben einen neuen Post!

A bientôt

Atmen

Thursday, December 11th, 2008

Atme tief ein, atme tief aus. Gib dem Asthma eine Chance!
Der Smog in Shanghai schwebt grau-bräunlich über jedem Bewohner und Besucher der Stadt, lässt dabei seinen feinen Staub auf die Haut und in die Lungen rieseln.

China

Thursday, December 11th, 2008

Das ländliche China: keine Ahnung.
Das städtische China: hier möchte ich unterscheiden zwischen der Großstadt für Chinesen und der Großstadt für weiße Geister, für Ausländer, für Fremde, für Nicht-Chinesen. Wenn ich in Shanghai Essen gehe, spazieren gehe, einkaufen gehe (mit dem Taxi, seltener mit der Metro fahre) oder eine Massage genieße, lässt sich das Gefühl nicht vermeiden, dass ich an den Chinesen vorbeilebe (oder -gehe oder -fahre) Zwar kreuzen sich unsere Wege, aber sie berühren sich nicht. Die Schrift und die Sprache, die ich nicht verstehe, tragen dazu bei, doch es ist die Fremdheit, die mich von ihnen trennt.